Kernspaltung heute und morgen

Kernspaltung heute und morgen: Von der Renaissance zum technischen Durchbruch (IV. Generation) - Teil I

G. van Goethem

Der Artikel bietet einen Überblick über die im laufenden Euratom-Rahmenprogramm FP-7 durchgeführten Forschungs- und Ausbildungsmaßnahmen über innovative Kernspaltungsreaktoren und Brennstoffkreislauftechnologien einschließlich Abtrennung und Umwandlung. Er stützt sich auf über 40 Vorträge von Koordinatoren von Forschungsprojekten und Hauptrednern auf der von der Europäischen Kommission, GD Forschung / Euratom veranstalteten Konferenz FISA 2009. Die Ausbildungs- und Schulungsprogramme in Kernspaltung und Strahlenschutz werden ebenfalls behandelt; sie sollen die Kompetenz in der Kerntechnik in der ganzen EU stetig verbessern. Die neuesten Kernspaltungstechnologien (Kernkraftwerksgenerationen) müssen unter folgenden Aspekten behandelt werden:
  • GEN.II: Sicherheit und Zuverlässigkeit von Kernenergieanlagen und Energieunabhängigkeit.
  • GEN.III: Stetige Verbesserung von Sicherheit und Zuverlässigkeit; erhöhte Wettbewerbsfähigkeit der Branche auf einem wachsenden Energiemarkt.
  • GEN.IV: Verstärkte Nachhaltigkeit; Proliferationssicherheit.
Der Text konzentriert sich auf die Auslegungsziele und Forschungsfragen im Zusammenhang mit Systemen der IV. Generation, die international abgestimmt sind. Ihre Vorteile werden an Hand einer Reihe von auf internationaler Ebene festgelegten anspruchsvollen Kriterien oder Technologiezielen erörtert. Nicht nur Strom zu niedrigeren Kosten, sondern auch Wärme von sehr hohen Temperaturen müssen produziert werden. Gleichzeitig sollen Spalt- und Brutstoffe maximal ausgenutzt und alle Aktiniden sicher und zuverlässig rezykliert werden. Wissenschaftliche Untersuchungen der Machbarkeit und technische Leistungstests werden für jedes System der 4. Generation zur Zeit in vielen Forschungseinrichtungen überall auf der Welt durchgeführt. Das entspricht dem GIF-Abkommen zwischen den Staaten. Die Endphase, d.h. der wirtschaftliche Einsatz, ist für 2040 vorgesehen.

Abschließend wird gezeigt, in welchem Umfang die Generation IV als vorteilhafte, verantwortbare und nachhaltige Reaktion auf die Aufgaben anzusehen ist, die Gesellschaft und Industrie in einer künftigen CO2-armen Wirtschaft bevorstehen (Zeithorizont 2040).