Pro und Contra - Worum geht es?

Seit Jahrzehnten wird über die Kernenergie in Deutschland heiß diskutiert. Befürworter und Gegner debattieren über die Vor- bzw. Nachteile dieser Energieform.

Das war nicht immer so: Als Wissenschaftler entdeckten, dass man aus Uran Energie erzeugen kann, war die Begeisterung für diese Hochtechnologie aus verschiedenen Gründen groß. Zum einen war es für eine aufstrebende Industrienation wie Deutschland angemessen, sich auf einem zukunftsfähigen Wissenschaftsgebiet zu betätigen. Außerdem hoffte man so den steigenden Energiebedarf decken zu können. 1955 wurde in Deutschland ein Ministerium eigens für Atomfragen eingerichtet. Auch andere Staaten in Europa setzten auf die Kernenergie: 1975 wurde der EURATOM-Vertrag unterzeichnet.

Später, in den 70er und 80er Jahren führte man eine hitzige Debatte über die Kernenergie. Kernkraftgegner starteten zahlreiche Protestaktionen unter anderem gegen den Neubau von Kernkraftwerken. Inzwischen ist die Zeit der großen Demonstrationen aber vorbei. Es ist ruhiger geworden um die Kernenergie, die heutzutage rund ein Viertel unseres Stromes liefert. Aus politischen Gründen hat die ehemalige rot-grüne Bundesregierung im Juni 2000 dennoch mit den Energieversorgungsunternehmen eine Vereinbarung über die Beendigung der Nutzung der Kernkraftwerke getroffen. Es wurden Strommengen bestimmt, die jedes KKW noch produzieren darf, daraus wurden ungefähre Restlaufzeiten pro Kraftwerk ermittelt. Die 17 deutschen KKW dürfen also nur noch einige Jahrzehnte lang Strom liefern, der Neubau von Kernkraftwerken ist gesetzlich verboten.

Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat 2009 das Neubauverbot in Ihrem Koalitionsvertrag bekräftigt, ist aber auf der anderen Seite bereit, die Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke zu verlängern.

In anderen Ländern ist die Kernenergie dagegen im Aufwind. In Frankreich und Finnland wird in den nächsten Jahren eine neue Generation von Kernkraftwerken gebaut - der EPR. Der EPR gehört zu den Reaktoren der III. Generation.

Dennoch: unterschiedliche Meinungen zur Kernenergie bleiben.



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