Kernenergie verhindert den Ausbau der Erneuerbaren: "Erneuerbare Energien können Kernenergie langfristig ersetzen. Ein Festhalten an der Kernenergie verhindert aber, dass Geld in andere Energieerzeugungsformen wie beispielsweise Wind- oder Sonnenkraft investiert wird."
Wir sagen dazu:
Der Ausbau dieser Erneuerbaren Energien hat in den letzten Jahren stark zugenommen, weil das Erneuerbare-Energien-Gesetz diese Energieformen gefördert hat. Daneben wurden aber auch riesige Mengen Strom aus Kernenergie produziert: 134,9 Milliarden Kilowattstunden im Jahr 2009. Das Eine behinderte bisher also nicht das Andere.
Außerdem sind Kernenergie und Windkraft gar nicht miteinander vergleichbar. Das hat etwas mit der so genannten „Grundlastfähigkeit“ zu tun. Diese besagt, dass ein Kraftwerk 24 Stunden, also rund um die Uhr laufen muss, um genügend Strom bereit zu stellen. Dies ist vor allen Dingen für öffentliche Einrichtungen wie z.B. Krankenhäuser wichtig.
Da zum Beispiel Wind nicht immer weht, können Windkraftanlagen diese Leistung nicht immer erbringen.
Dennoch können beide Energiearten einen Beitrag leisten. Einerseits werden grundlastfähige Energieformen gebraucht – das sind derzeit nur Kernenergie, Kohle oder Laufwasser. Daneben kann man auch Erneuerbare Energien wie z.B. Windstrom nutzen, dies ist im so genannten Spitzenlastbereich sinnvoll. Nur auf das Eine oder das Andere zu setzen, wäre aber nicht klug.
Energieeinsparung: "Durch Stromsparen kann man ein Kernkraftwerk überflüssig machen. Das erhöhte Stromangebot durch Kernenergie sorgt jedoch dafür, dass mehr Strom verbraucht wird; dies führt nur zu höheren Gewinnen der Stromversorger und schadet der Umwelt."
Wir sagen dazu:
Kernenergie trägt dazu bei, dass Strom bezahlbar bleibt. Das sollte als Vorteil und nicht als Nachteil für die Menschen angesehen werden. Die Menschen werden immer eine bestimmte Mindestmenge Strom verbrauchen, denn Kühlschrank, Fernseher und Waschmaschine – sie brauchen den meisten Strom – sind aus keinem Haushalt mehr wegzudenken. Außerdem wollen viele Menschen auch nicht auf ihre Gewohnheiten verzichten. Vielleicht bist Du es auch gewohnt, einen Computer zu benutzen, der zusätzlich Strom verbraucht. Trotz aller Anstrengungen zum Stromsparen – die auch unbestritten wichtig sind, werden wir aber nie soviel Strom einsparen können, dass ganze Kraftwerke überflüssig werden.
Letztlich ist es auch nichts Schlimmes, wenn die Energieversorgungsunternehmen Geld mit Kernenergie verdienen. Würden sie dies nicht tun, könnten sie zum Beispiel auch nicht in die Energieforschung investieren. Viele Lehrstühle, Doktorandenstellen und Forschungsprojekte an Universitäten werden durch Energieunternehmen privat finanziert. Damit sorgen Stromgewinne dafür, dass deutsche Energieforscher auch weiterhin international anerkannt sind.
Klimaschutz und Effizienz: "Der Beitrag der Kernenergie zur Rettung des Klimas ist viel zu gering, da der weltweite Anteil an der Stromversorgung bei nur 16% liegt."
Wir sagen dazu:
Niemand will die Kernenergie als Allheilmittel für das Klima verwenden. Sie kann aber ein Teil der Lösung sein.
Hierzu ein paar Zahlen: Weltweit werden pro Jahr 8 Milliarden Tonnen Kohlendioxid allein durch die Stromerzeugung ausgestoßen. Kernkraftwerke produzieren während des Betriebs anders als beispielsweise Kohle- oder Gaskraftwerke kein Kohlendioxid. Würde man die Kernkraftwerke abschalten, müsste man sie aber durch Kohlekraftwerke ersetzen, denn nur sie schaffen es in ähnlicher Weise, rund um die Uhr Strom bereit zu stellen. Diese würden zusätzlich jährlich 2,5 Milliarden Tonnen CO2 weltweit ausstoßen, Bis zu 150 Millionen Tonnen CO2 in Deutschland. Das ist vergleichbar mit der Menge, die alle deutschen Autos Jahr für Jahr in die Luft pusten. Deshalb sagt man, Kernenergie vermeidet CO2 in der beschriebenen Größenordnung und hilft so, das Klima zu schützen.
Abwärme: "Kernenergie ist nicht die effizienteste Energieform, da die Abwärme ungenutzt verloren geht. Hier gibt es bessere Möglichkeiten, die gleichzeitig umweltfreundlich sind."
Wir sagen dazu:
Ein Kernkraftwerk ist hauptsächlich für die Stromversorgung gedacht. Aus physikalischen Gründen kann man die Abwärme nicht in großem Umfang als Heizwärme nutzen. Zwar gibt es einige Beispiele für eine Abwärmenutzung in Kernkraftwerken. So z.B. produziert das Kernkraftwerk Beznau/Schweiz Fernwärme für elf umliegende Gemeinden. Und früher versorgte das Kernkraftwerk Lubmin die Stadt Greifswald mit Wärme. Die Wärmenutzung ist aber nur bis zu einer Entfernung von 100 km möglich und setzt Großverbraucher mit gleich bleibender Wärmeabnahme voraus.
Letztlich sind Kernkraftwerke aber auch ohne die Nutzung der Abwärme umweltfreundlich. Die Produktion von Strom aus Kernenergie ist bereits nahezu CO2-frei.