Nach dem zweiten Weltkrieg hatte die Idee, Kernenergie friedlich zu nutzen, viele begeistert. Die Euphorie war groß. Diese erste Phase umfasst den Zeitraum von 1955 bis 1970. In mehreren Ländern wurde die zivile Verwendung der Kernenergie erforscht. 1951 ging der erste Versuchsreaktor im US-Bundesstaat Idaho in Betrieb. Das erste kommerzielle Kraftwerk in Calder Hall (Nord-West England) produzierte ab 1955.
In Deutschland erlaubten die Alliierten bis 1955 keine kerntechnische Forschung. Als dieses Verbot gefallen war, arbeitete man in Deutschland hartnäckig daran, den Rückstand in der Forschung schnell aufzuholen. Die Politik unterstützte dies - mit Erfolg.
Schon nach zwei Jahren war es soweit: 1957 wurde der erste deutsche Forschungsreaktor in Betrieb genommen. 1961 folgte das erste deutsche Kernkraftwerk in Kahl am Main mit einer elektrischen Leistung von 15 MW. In den 1960er Jahren wurden zahlreiche weitere Kernkraftwerke gebaut, die schon viel leistungsfähiger waren. Das Kernkraftwerk Gundremmingen hatte zum Beispiel bereits eine elektrische Leistung von 250 MW.