Wiederaufarbeitung, Zwischenlager, Endlager - die Diskussion der 90er Jahre

Bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie kann der abgetrennte Kernbrennstoff, vor allem das Plutonium, zu neuen Brennelementen verarbeitet und in einer Art Recyclingprozess wieder in den Reaktor zurückgeführt werden.

Auch in Deutschland hatte man sich mit dieser Möglichkeit beschäftigt. Von 1971 bis 1990 war die Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe auf dem Gelände des Kernforschungszentrums Karlsruhe als Forschungsanlage in Betrieb. Die in den 1980er Jahren geplante Wiederaufarbeitungsanlage im bayerischen Wackersdorf wurde nie fertig gestellt. Damals kam es zu größeren Protestaktionen von Atomkraftgegnern gegen diese Anlage. In Europa werden nur noch im französischen La Hague und im britischen Sellafield solche Anlagen betrieben. Beide wurden bis Mitte 2005 auch von deutschen Kernkraftwerksbetreibern genutzt.

Als Alternative zur Wiederarbeitung wird in Deutschland die Endlagerung bevorzugt. Dazu gibt es momentan nur einen Standortvorschlag, den Salzstock bei Gorleben. Als eine Alternative war der Standort Morsleben im Gespräch. Seit Juli 2005 wird in Deutschland nur noch der Weg der direkten Endlagerung verfolgt.

Die Bundesregierung verlangt von den Kraftwerksbetreibern, Zwischenlager an den Kraftwerksstandorten zu betreiben. Die Betriebsgenehmigung ist aber auf 40 Jahre beschränkt. Genaueres zur Entsorgung hast Du ja bereits im Modul 7 erfahren.



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