Lexikon

Kernschmelzen

Fällt die Kühlung des Reaktorkerns z. B. bei einem großen Leck im Reaktorkühlkreislauf und gleichzeitigem Versagen der Notkühlung aus, so heizt die im Brennstoff durch den radioaktiven Zerfall der Spaltprodukte entstehende Nachwärme den Reaktorkern auf. Dabei kann der Brennstoff bis auf Schmelztemperatur erhitzt werden. Beim Schmelzen des Brennstoffs versagen auch die Kerntragestrukturen. Die gesamte Schmelzmasse stürzt in den unteren halbkugelförmigen Bereich des Reaktordruckbehälters. Es ist davon auszugehen, daß die in der Schmelze freigesetzte Wärme den Boden des Reaktordruckbehälters durchschmilzt. Für das Ausmaß der Freisetzung radioaktiver Stoffe in die Umgebung bei einem solchen Kernschmelzunfall ist die Dichtheit des Sicherheitsbehälters von Bedeutung.



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