Lexikon

Strahlenexposition, Kernkraftwerke

Aus den Ergebnissen der Emissionsüberwachung wird die Strahlenexposition in der Umgebung der kerntechnischen Anlagen für die in der Strahlenschutzverordnung definierte Referenzperson nach dem Verfahren ermittelt, das in der „Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Ermittlung der Strahlenexposition durch die Ableitung radioaktiver Stoffe aus kerntechnischen Anlagen oder Einrichtungen“ festgelegt ist.


Die Ergebnisse der Berechnung der Strahlenexposition der Bevölkerung im Jahr 2009 in der Umgebung von Kernkraftwerken durch die Ableitung radioaktiver Stoffe mit der Abluft (BMU, Umweltradioaktivität 2009) ergaben als größten Wert der effektiven Dosis für Erwachsene 0,003 mSv für die Standorte der Kernkraftwerke Gundremmingen, Isar und Philippsburg; dies ist 1% des Grenzwertes nach der Strahlenschutzverordnung. Für Kleinkinder ergab sich für die effektive Dosis ein Wert von 0,005 mS für dieselben Standorte. Der größte berechnete Wert der Schilddrüsendosis für Kleinkinder ergibt sich mit 0,005 mSv (weniger als 1% des entsprechenden Dosisgrenzwerts) für die Standorten der Kernkraftwerke Gundremmingen und Isar.

Zur Berechnung der Strahlenexposition durch die Ableitung radioaktiver Stoffe mit dem Abwasser werden in den Berechnungen ebenfalls ungünstige Verzehrs- und Lebensgewohnheiten angenommen, so z. B. ein hoher Konsum an Fischen, die unmittelbar unterhalb der Ableitung des Kernkraftwerkes gefangen wurden, und ein Aufenthalt von 1.000 Stunden am Flussufer unterhalb der Anlage. Der größte berechnete Wert der effektiven Dosis betrug für Erwachsene 0,0008 mSv am Standort des Kernkraftwerkes Emsland. Dies ist weniger als 0,3% des Dosisgrenzwertes.

Die Strahlenexposition am Unterlauf der Flüsse wurde näher betrachtet, wobei jeweils sämtliche Emittenten berücksichtigt wurden. Für das Mündungsgebiet des Neckars wurde eine effektive Dosis von etwa 0,0009 mSv für Erwachsene und 0,0015 mSv für Kleinkinder berechnet, für den Unterlauf von Mai und Weser 0,0003 mSv für Erwachsene und 0,0005 mSv für Kleinkinder. Für die Donau wurden 0,0004 bzw. 0,0006 mSv und für den Rhein 0,0001 mSv ermittelt. Zu den Werten trägt vor allem die äußere Bestrahlung auf Überschwemmungsgebieten bei.
 


Bild: Strahlenexposition in der Umgebung von Kernkraftwerken 2009 Strahlenexposition für Erwachsene am ungünstigsten Punkt in der Umgebung von Kernkraftwerken durch die Emission radioaktiver Stoffe mit der Fortluft und dem Abwasser, 2009


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