Lexikon

Strahlenexposition, medizinische

Die mittlere effektive Dosis der Bevölkerung in Deutschland durch die medizinische Anwendung ionisierender Strahlen und radioaktiver Stoffe beträgt im Jahr 1,8 mSv.

Die Röntgendiagnostik bedingt den größten Anteil an der zivilisatorischen Strahlenexposition der Bevölkerung.

In den Jahren 1996 bis 2009 ist die Anzahl der Röntgenuntersuchungen in Deutschland zwar von jährlich 1,8 Röntgenuntersuchen pro Einwohner auf etwa 1,6 zurückgegangen, von Bedeutung ist aber die Zunahme der besonders dosisintensiven Computer-Tomographie-Untersuchungen um über 50% in diesem Zeitraum.

Untersuchungsart effektive Dosis mSv
Computertomographie
Bauchraum 8,8-16,4
Lendenwirbelsäule 4,8-8,7
Brustkorb 4,2-6,7
Kopf 1,7-2,3
Untersuchungsart effektive Dosis mSv
Untersuchung mit Aufnahmen und Durchleuchtung
Arteriographie 10-30
Darm 5-12
Magen 4-8
Harntrakt 2-5
Gallenblase 1-8
Untersuchungsart effektive Dosis mSv
Untersuchung mit Aufnahme
Lendenwirbelsäule 0,6-1,1
Beckenübersicht 0,3-0,7
Mammographie 0,2-0,4
Halswirbelsäule 0,1-0,2
Brustkorb 0,02-0,04
Zahn kleiner gleich 0,01
Typische Werte der effektiven Dosis für einige Röntgenuntersuchungen


Röntgenuntersuchungen in Deutschland 2008

Häufigkeit der verschiedenen Röntgenuntersuchungen und ihr jeweiliger prozentualer Beitrag zur kollektiven Dosis durch die Röntgendiagnostik in Deutschland (Quelle: BMU, Umweltradioaktivität 2009)


Jährlich werden in Deutschland rund 135 Millionen Röntgenuntersuchungen durchgeführt. Die mittlere effektive Dosis pro Einwohner in Deutschland durch die Röntgendiagnostik errechnet sich zurzeit zu etwa 1,7 mSv pro Jahr.

Mittlere effektive Dosis der Bevölkerung in verschiedenen Ländern durch die Röntgendiagnostik
Mittlere effektive Dosis der Bevölkerung in verschiedenen Ländern durch die Röntgendiagnostik


Der Dosisbeitrag durch die Anwendung radioaktiver Stoffe zur Diagnose ist gegenüber dem durch die Röntgendiagnostik vergleichsweise gering.

In der nuklearmedizinischen Diagnostik wurden in Deutschland im Jahr 2008 etwa 3,1 Millionen Radionuklidapplikationen durchgeführt. Das entspricht einer Anwendungshäufigkeit von 37 Untersuchungen pro 1.000 Einwohner.

Am häufigsten wurden bei den ambulanten Patienten Szintigraphien der Schilddrüse und des Skeletts durchgeführt.

Die mittleren effektiven Dosiswerte nuklearmedizinischer Untersuchungen waren bei Entzündungsuntersuchungen mit 8,2 mSv am höchsten, gefolgt von Herzszintigraphien mit 7,4 mSv und Tumorszintigraphien mit 6,5 mSv.

Die am häufigsten angewendete Schilddrüsenszintigraphie bewirkt eine effektive Dosis von durchschnittlich 0,7 mSv pro Untersuchung. Für das Jahre 2008 ergab sich eine kollektive effektive Dosis von 8.100 Personen-Sievert. Rechnerisch ergibt sich damit eine mittlere jährliche effektive Dosis pro Einwohner von 0,1 mSv.

Werte der effektiven Dosis durch die Strahlentherapie sind nicht berechenbar, da das Effektivdosiskonzept auf therapeutische Bestrahlungen nicht anwendbar ist.

Häufigkeit nuklearmedizinischer Untersuchungen und ihr jeweiliger prozentualer Beitrag zur kollektiven Dosis durch die Nuklearmedizin, Deutschland 2008

Häufigkeit nuklearmedizinischer Untersuchungen und ihr jeweiliger prozentualer Beitrag zur kollektiven Dosis durch die Nuklearmedizin, Deutschland 2008 (Quelle: BMU, Umweltradioaktivität 2009)


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