Lexikon

Verglasung

Die bei der Wiederaufarbeitung anfallenden hochradioaktiven Spaltproduktlösungen müssen in ein endlagerfähiges Produkt überführt werden. Als geeignete Methode hierfür hat sich die Verglasung erwiesen. Beim französischen AVM-Verfahren wird die flüssige hochradioaktive Abfalllösung auf hohe Temperaturen erhitzt. Dabei verdampft die Flüssigkeit, und das entstandene Granulat wird unter Zugabe von Glasfritte bei 1.100°C zu Glas geschmolzen. Dieses Verfahren wird großtechnisch in der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague genutzt. Bei dem im Forschungszentrum Karlsruhe entwickelten Verfahren wird die flüssige hochradioaktive Abfalllösung unmittelbar einer 1.150°C heißen Glasschmelze zugegeben. Die Flüssigkeit verdampft und die radioaktiven Feststoffe sind homogen in die Glasschmelze eingelagert. Bei beiden Verfahren wird die Glasschmelze in 1,3 m hohe 150-l-Stahlbehälter, die etwa 400 kg Glasprodukt aufnehmen, abgefüllt. Die Wärmeproduktion eines solchen Behälters beträgt aufgrund des radioaktiven Zerfalls der Inhaltsstoffe 1,5 bis 2 kW.



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