Lexikon

Verglasungseinrichtung Karlsruhe (VEK)

Die VEK ist eine auf dem Gelände der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe seit Anfang 1999 in Bau befindliche Anlage zur Verglasung der dort lagernden rund 60 m³ flüssigen hochaktiven Abfalllösung.

Dieser Abfall stammt aus dem Betrieb der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe, in der zwischen 1971 und 1990 insgesamt 208 t abgebrannte Kernbrennstoffe wiederaufgearbeitet wurden. Diese 60 m³ Spaltproduktlösung enthalten etwa 8 t Feststoffe, darunter 504 kg Uran und 16,5 kg Plutonium. Die Gesamtaktivität dieses flüssigen hochaktiven Abfalls beträgt zur Zeit etwa 1018 Becquerel. Der Glasschmelzofen der Verglasungseinrichtung wird elektrisch beheizt und hält das Schmelzbad eines speziellen Bor-Silikat-Glases auf einer Temperatur von etwa 1.150°C. Diesem Schmelzbad wird der flüssige Abfall zugeführt; dabei verdampft die flüssige Komponente, und die radioaktiven Feststoffe werden in die Glasschmelze eingelagert. Diese die Radioaktivität enthaltende Schmelze wird in 1,3 m hohe 150-l-Stahlbehälter abgefüllt. Nach Abkühlung werden die Behälter gasdicht verschweißt. Mit dieser Verfestigung ist eine Volumenreduzierung von 60 m³ auf knapp 20 m³ verbunden.

Nach umfangreichen Funktionsprüfungen wurde von April bis Juli 2007 der inaktive Probebetrieb der VEK durchgeführt. Insgesamt wurden 32 Kokillen mit inaktivem Abfallglas befüllt. Anstatt der radioaktiven Abfalllösung wurde ein inaktives Simulat verwendet. Der Probebetrieb und die erzielte Produktqualität haben die Auslegung der VEK bestätigt. Die Betriebsgenehmigung wurde Ende Februar 2009 erteilt.

Am 22.06.2010 wurde die 122. Kokille mit Abfallglas produziert. Die endlagergerechte Konditionierung der aus der Betriebszeit der Wiederaufarbeitungsanlage stammenden hochradioaktiven Abfalllösung ist somit abgeschlossen. Eine umfangreiche Spülung aller mit der Abfalllösung kontaminierten Komponenten und die Verglasung dieser Spüllösungen schließt sich an, um auch diese Restaktivität im Glas zu binden. Diese Arbeiten werde voraussichtlich Ende 2010 abgeschlossen.



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