Eines der einfachsten Instrumente zur Aktivitätsbestimmung ist das Geiger-Müller-Zählrohr. Damit kann man ganz einfach Zähler bauen, die genau das tun, was ihr Name sagt: Sie zählen, wie viele ionisierende Teilchen (ionisierende Strahlung) pro Zeit ins Zählrohr gelangt sind. Wenn man nun davon ausgeht, dass bei jedem radioaktiven Zerfall genau ein Teilchen oder Quant erzeugt wird, und dieses Teilchen oder Quant in den Zähler eindringt und dort Ionisation auslöst, dann entspricht das, was der Zähler zählt, genau den radioaktiven Zerfällen in der Probe. Solche Zerfälle passieren rund um uns (und in uns drin) die ganze Zeit – in jedem menschlichen Körper zerfallen pro Sekunde rund 9.000 Atomkerne.
Alles prima. Oder?
Einen kleinen Haken gibt es dabei: Eine radioaktive Probe strahlt nicht brav in Richtung des Zählrohres, sondern leider völlig beliebig in alle Raumrichtungen. Und auch nicht jedes Strahlungsquant, dass in den Zähler eindringt, bewirkt dort Ionisationseffekte. Daher muss man die Anzahl der Teilchen, die im Zählrohr landen, mit einem bestimmten Faktor multiplizieren, um zu bestimmen, wie viele Zerfälle tatsächlich in einem bestimmten Zeitraum in der ganzen Probe passiert sind - die Aktivität der Probe.