An diesem Tisch kam 1938 die Lawine ins Rollen: Hier spalteten Otto Hahn und Fritz Straßmann schwere Atomkerne. Sie bestrahlten Uran mit gebremsten Neutronen. Dabei erwarteten sie Radium-Isotope, also radioaktive Zerfallsprodukte des Urans. Doch als sie ihre Proben chemisch analysierten, fanden sie zu ihrer Verblüffung Barium statt Radium - denn sie hatten die Uran-Atomkerne in kleinere Barium-Kerne zerspalten, genau, wie wir es in diesem Beispiel sehen können.
Lise Meitner, die damals schon im Exil lebte, lieferte den beiden Wissenschaftlern in Briefen die Erklärung zu ihrem Experiment. Alle drei vermuteten, dass bei der Spaltung eines Urankerns mehr als ein Neutron frei würde. Im März 1939 lieferte Frédéric Joliot, der Schwiegersohn von Marie Curie, den Beleg dafür: Er zeigte in Experimenten, dass Kettenreaktionen tatsächlich möglich sind.