Um Reaktortypen grob zu unterscheiden, kann man zunächst darauf gucken, womit der Reaktorkern gekühlt wird. Dieses Kühlmittel kann Natrium sein (Schneller Brüter) oder Heliumgas (Thorium-Hochtemperaturreaktor). Solche Reaktoren erklären wir später.
Wasser marsch!
Jetzt soll es erst mal um die Reaktoren gehen, die mit Wasser – genauer H2O – gekühlt werden: die „Leichtwasserreaktoren“. Das Wasser umspült die Brennstäbe im Reaktorkern. Leichtwasserreaktoren kann man noch mal unterscheiden, und zwar danach, ob das Wasser in ihnen verdampft (Siedewasserreaktoren) oder nicht (Druckwasserreaktoren).
In beiden Fällen wird das Wasser im Betrieb ähnlich heiß: Bei Siedewasserreaktoren, in denen das Kühlwasser verdampfen kann, liegt die Wassertemperatur bei 290 °C, bei Druckwasserreaktoren, in denen das Wasser flüssig bleibt, liegt sie bei rund 320 °C.
Moment mal – wie kann denn das sein? Wenn man Wasser heiß macht, dann verdampft es doch immer? Die Antwort lautet: Nein, nicht unbedingt.