Der Betriebsdruck in einem Siedewasserreaktor ist mit etwa 70 bar relativ niedrig. So muss der Druckbehälter nur für einen Druck – einschließlich Sicherheitszuschlag – von etwa 90 bar ausgelegt werden. Außerdem gibt es beim Siedewasserreaktor nur einen Wasserkreislauf zwischen Turbine und Reaktor.
Wie wir bereits nachlesen konnten, arbeitet das Wasser im Reaktor als Moderator. Im Dampf befinden sich weniger Wassermoleküle, daher verschlechtert sich bei steigender Hitze die Moderatorwirkung: Je heißer der Reaktor wird, desto mehr bremst er sich selbst, eine vorteilhafte Sicherheitseigenschaft.
Das Wasser im Reaktor enthält radioaktive Stoffe in Form von aktivierten Korrosionsprodukten und geringen Leckagen aus den Brennstoffstäben. Sie werden durch die Dampf-Wassertrennung zum weitaus größten Teil im Reaktordruckbehälter zurückgehalten. Gasförmige radioaktive Stoffe, die mit dem Dampf mitgerissen werden, werden im Kondensator abgesaugt und damit dem Kühlmittelkreis entzogen. Deshalb ist auch das Maschinenhaus und die Turbine in die Sicherheitsmaßnahmen des Strahlenschutzes einbezogen. Aus diesem Grund sind auch Sicherheitseinrichtungen eingebaut, die bei einer Störung den Dampfstrom zum Maschinenhaus sofort unterbrechen.