Abgebrannte Brennelemente aus deutschen Kernkraftwerken wurden in den vergangenen Jahrzehnten in zwei Wiederaufarbeitungsanalgen gebracht, ins französische La Hague und nach Sellafield in Großbritannien. Das Ziel: Verbliebenes Uran 235 und das entstandene Plutonium 239 aus den Brennelementen sollen herausgelöst und wieder verwendet werden können. So weist der Inhalt eines abgebrannten Brennelementes – wenn man vom umgebenden Strukturmaterial einmal absieht – eine Zusammensetzung von etwa 96 % Uran, 3 % Spaltprodukte (Abfall) und 1 % Plutonium auf.
Dazu werden die Brennelemente erst in etwa fünf Zentimeter lange Stücke geschnitten und ihr Inhalt in siedender Salpetersäure (HNO3) herausgelöst. Dabei entsteht ein Gemisch aus Nitraten. Durch physikalisch-chemische Verfahren wird dann eine Trennung der drei Komponenten Uran, Plutonium und Spaltprodukte/Actinoide durchgeführt. Dies geschieht mit Hilfe eines besonderen Extraktionsmittels, dem Tri-n-Butyl-Phosphat, das mit 70 % Kerosin verdünnt ist und in dieser Form als TBP 30 bezeichnet wird. Das TBP 30 löst bei Anwesenheit von Salpetersäure die Nitrate des Urans und des Plutoniums, während die Spaltprodukte und die anderen Actinoide im wässrigen Teil der Lösung zurückbleiben. Da sich die wässrige Lösung wieder von dem Extraktionsmittel absetzt, können die Spaltprodukte nun leicht abgetrennt werden.
Da die abgebrannten Brennelemente hochaktiv sind, muss man die Wiederaufarbeitung in Zellen vornehmen, die durch dicke Betonwände abgeschirmt sind. Man nennt diese auch "Heiße Zellen". Die Arbeiten werden mit fernbedienten Werkzeugen durchgeführt und können durch Strahlenschutzfenster aus dickem Bleiglas beobachtet werden.
Das abgetrennte Plutonium wird zusammen mit abgereichertem oder Natur-Uran zu Mischoxid-Brennlementen verarbeitet und kann wieder im Reaktor eingesetzt werden. Das abgetrennte Uran wird für eine spätere Nutzung entweder wieder angereichert oder mit bereits vorhandenem angereichertem Material vermischt und zu neuen Brennelementen verarbeitet.
Die separierten wärmeerzeugenden Abfälle werden in Glasblöcken (genauer gesagt, mit glasbildenen Materialien zu einer unlöslichen Glasmatrix) verschmolzen und in Stahlzylinder (Kokillen) gefüllt, die dann dicht verschweißt werden. Die Brennstabhülsen und Brennelementstrukturteile werden mit einer Hochdruckpresse verkleinert und endlagergerecht verpackt.