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Brennelement-Zwischenlager

Lagergebäude zur zeitlich begrenzten Lagerung ausgedienter Brennelemente für den Zeitraum zwischen Entladung aus dem Kernkraftwerk und der Wiederaufarbeitung oder der direkten Endlagerung. Die Lagerung erfolgt in speziellen für Transport und Lagerung entwickelten Gußeisen-Behältern, inbesondere in sogenannten Castor®-Behältern, die alle Sicherheitsfunktionen wie Strahlenabschirmung, Rückhaltung radioaktiver Stoffe, mechanische Integrität auch bei Erdbeben und Flugzeugabsturz erfüllen. Die Lagerung dieser Behälter erfolgt in Lagerhallen konventioneller Bauweise. Die Kühlung der Behälter im Zwischenlager geschieht durch vorbeistreichende Luft in Naturkonvektion.

Zentrale Zwischenlager (Transportbehälterlager, TBL) bestehen in Ahaus (Nordrhein-Westfalen) mit einer Kapazität von 3.960 t abgebrannten Kernbrennstoffs, in Gorleben (Niedersachsen) mit einer Lagerkapazität von 3.800 t und in Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern) insbesondere für die Lagerung von ausgebauten Komponenten der Reaktorblöcke des ehemaligen Kernkraftwerks Greifswald.

Für das TBL Gorleben besteht eine Genehmigung zur Aufbewahrung für die aus der Wiederaufarbeitungsanlage in Frankreich zurückgeführten hochradioaktiven Glaskokillen. Eine Erweiterung der Genehmigung zur Aufbewahrung von hochradioaktiven Glaskokillen aus der britischen Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield ist vorgesehen. Der letzte Rücktransport von Frankreich nach Deutschland wurde im Jahr 2011 durchgeführt, die Rückführung aus Großbritannien wird nicht vor 2014 beginnen.

Weitere Zwischenlager wurden im Zuge der Novellierung des Atomgesetzes zur Verringerung der Anzahl von Radioaktivitätstransporten an den jeweiligen Standorten der Kernkraftwerke für deren eigenen Lagerbedarf an abgebrannten Brennelementen errichtet.

kernenergie.de: Zwischenlagerung
Bundesamt für Strahlenschutz: Zwischenlager

 

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