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Gewebe-Wichtungsfaktor

Für die verschiedenen Organe und Gewebe bestehen unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten für das Auftreten stochastischer Strahlenwirkungen.

Der Gewebe-Wichtungsfaktor beschreibt den Anteil des Strahlenrisikos, das sich aus einer Bestrahlung eines Gewebes oder Organs für das Gesamtrisiko ergibt. Die Gewebe-Wichtungsfaktoren stellen Mittelwerte dar, gemittelt über Menschen beider Geschlechter und aller Altersgruppen, und beziehen sich somit nicht auf die Eigenschaften einzelner Personen. Zur Berechnung der effektiven Dosis werden die einzelnen Organ-Äquivalentdosiswerte mit dem jeweiligen in der Strahlenschutzverordnung angegebenem Wichtungsfaktor multipliziert und die Produkte addiert.

Organ Gewebe-Wichtungsfaktor wT

Brust, Dickdarm, Knochenmark (rot), Lunge, Magen

je 0,12

Keimdrüsen

0,08

Blase, Leber, Schilddrüse, Speiseröhre

je 0,04

Gehirn, Haut, Knochenoberfläche, Speicheldrüsen

je 0,01

übrige Gewebe: obere Atemwege, Bauchspeicheldrüse, Dünndarm, Gallenblase, Gebär-mutter/Gebärmutterhals (♀), Herz, Lymphknoten, Mundschleimhaut, Milz, Muskelgewebe, Nebennieren, Nieren, Prostata (♂), Thymus (der Wichtungsfaktor 0,12 wird auf die mittlere Dosis dieser Organe an-gewandt)

0,12

Gewebe-Wichtungsfaktoren nach nach Strahlenschutzverordnung von 2018

Durch die Strahlenschutzverordnung von 2018 wurden die Gewebe-Wichtungsfaktoren der Euratom-Sicherheitsnormen Strahlenschutz von 2013 in das deutsche Strahlenschutzrecht übernommen. Bis Ende 2020 sind die bisherigen Gewebe-Wichtungsfaktoren weiterhin zur Anwendung zugelassen.

 

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