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Strahlenexposition, Kernkraftwerke

Aus den Ergebnissen der Emissionsüberwachung wird die Strahlenexposition in der Umgebung der kerntechnischen Anlagen für die in der Strahlenschutzverordnung definierte Referenzperson nach dem Verfahren ermittelt, das in der „Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Ermittlung der Strahlenexposition durch die Ableitung radioaktiver Stoffe aus kerntechnischen Anlagen oder Einrichtungen“ festgelegt ist.

Die Berechnung der Strahlenexposition der Bevölkerung wird jährlich durch die Bundesregierung in einem Bericht an den Deutschen Bundestag veröffentlicht.

Jahr 2015 ergaben sich durch die Ableitung radioaktiver Stoffe mit der Abluft als größten Wert der effektiven Dosis für Erwachsene 0,002 mSv für den Standorte der Kernkraftwerke in Gundremmingen; dies ist weniger als 1 % des Grenzwertes nach der Strahlenschutzverordnung. Für Kleinkinder ergab sich für die effektive Dosis ein Wert von 0,003 mS für denselben Standort.

Der größte berechnete Wert der Schilddrüsendosis für Kleinkinder ergibt sich mit 0,003 mSv (weniger als 1 % des entsprechenden Dosisgrenzwerts) ebenfalls für den Standort Gundremmingen.

Zur Berechnung der Strahlenexposition durch die Ableitung radioaktiver Stoffe mit dem Abwasser werden in den Berechnungen ebenfalls ungünstige Verzehrs- und Lebensgewohnheiten angenommen, so z. B. ein hoher Konsum an Fischen, die unmittelbar unterhalb der Ableitung des Kernkraftwerkes gefangen wurden, und ein Aufenthalt von 1000 Stunden am Flussufer unterhalb der Anlage.

Der größte berechnete Wert der effektiven Dosis betrug für Erwachsene 0,0009 mSv am Standort des Kernkraftwerkes Emsland. Dies entspricht 0,3 % des Dosisgrenzwertes.

Die Strahlenexposition am Unterlauf der Flüsse wurde näher betrachtet, wobei jeweils sämtliche Emittenten berücksichtigt wurden. Für das Mündungsgebiet des Neckars wurde eine effektive Dosis von 0,0006 mSv für Erwachsene und 0,001 mSv für Kleinkinder berechnet. Für den Main wurde für Erwachsene und Kleinkinder eine effektive Jahresdosis von je 0,0002 mSv und für die Weser 0,0001 mSv für Erwachsene und 0,0002 mSv für Kleinkinder berechnet. Für die Donau wurden 0,0003 bzw. 0,0005 mSv und für den Rhein 0,0001 mSv ermittelt. Zu den Werten trägt vor allem die äußere Bestrahlung auf Überschwemmungsgebieten bei.

Die Abbildung zeigt die für den ungünstigsten Punkt in der Umgebung der Anlagen die aus den Emissionen des Jahres 2015 berechneten Strahlendosen.

Strahlenexposition für Erwachsene am ungünstigsten Punkt in der Umgebung von Kernkraftwerken durch die Emission radioaktiver Stoffe mit der Fortluft und dem Abwasser, 2015 (BT-Drucksache 18/13180)
Strahlenexposition für Erwachsene am ungünstigsten Punkt in der Umgebung von Kernkraftwerken durch die Emission radioaktiver Stoffe mit der Fortluft und dem Abwasser, 2015 (BT-Drucksache 18/13180)
 

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