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Strahlenexposition, zivilisatorische

Den Hauptteil der zivilisatorischen Strahlenexposition bewirkt die medizinische Röntgenstrahlenanwendung zu diagnostischen Zwecken. Die daraus resultierende mittlere effektive Strahlendosis der Bevölkerung beträgt in Deutschland 1,6 mSv im Jahr.

Hinzu kommt die Strahlenexposition durch die nuklearmedizinische Diagnostik mit 0,1 mSv im Jahr.

Der Flugverkehr trägt für die Bevölkerung in Deutschland mit rund 0,02 mSv zur jährlichen effektiven Dosis bei. Die zusätzliche Strahlendosis auf einem Flug Frankfurt - New York - Frankfurt beträgt etwa 0,1 mSv.

Ein weiterer Beitrag zur Strahlendosis ergibt sich aus den noch bestehenden Auswirkungen der oberirdischen Kernwaffenversuche. Die Strahlendosis als Folge des weltweiten Fallouts nimmt seit der Einstellung der Kernwaffentests in der Atmosphäre ab. Sie betrug Mitte der 1960er Jahre bis zu 0,2 mSv pro Jahr, und liegt zur Zeit bei etwa 0,005 mSv/a.

Die jährliche effektive Dosis durch den Tschernobyl-Unfall, die 1986 rund 0,1 mSv betrug, liegt zur Zeit bei etwa 0,005 mSv.

Die mittlere Bevölkerungsdosis durch die friedliche Nutzung der Kernenergie beträgt für die Einwohner im Umkreis von 3 km um ein Kernkraftwerk infolge Abgabe radioaktiver Stoffe mit der Abluft weniger als 0,001 mSv pro Jahr.

Der Mittelwert der gesamten zivilisatorischen jährlichen Strahlenexposition in Deutschland ergibt sich zu 1,7 mSv.

Ursache der Strahlendosis effektive Dosis in mSv / Jahr

Mittelwert  für die Bevölkerung Wertebereich für Einzelpersonen
Medizin (2014) 1,7 0,01 bis über 30
Flugreisen 0,02 0,01 bis 3
Tschernobyl-Unfall 0,005 0,002 bis 0,02
Kernwaffentests 0,005 0,002 bis 0,01
fossile Energieträger 0,001
Kernkraftwerke 0,001
Beruf * 0,26 * 0,05 bis 20 *
gesamt 1,7 0,01 bis über 30

* nur bezogen auf beruflich exponierte Personen Zivilisatorische Strahlenexpositionin Deutschland, 2015

 

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